Ursprünglich veröffentlicht am 19. Dezember 2023
Verfasst von: Anja Kaup (PR und Marketing Managerin) – anja.kaup@infocient.de

Die Strategie und die Roadmap der SAP für SAP Analytics Cloud stellt Tobias Müller, Director, Product Management SAP Analytics Cloud (SAC) bei SAP vor. Es geht um aktuelle Trends, an denen sich Produktstrategien ausrichten, um Investitionsschwerpunkte und einige Demobeispiele. Insbesondere die Integration von Generativer KI wird in den Demobeispielen anschaulich erklärt. Das Webinar wird im Rahmen der InCon 2023, gehalten, der Webinar-Serie rund um SAP Analytics der SAP Consultants von Infocient.

Daten und Analytics Trends

Produktstrategien richten sich neben den Ressourcen auch an Trends aus, die beobachtet werden. Die vier Hauptthemen sind:

  1. Erweiterung der Reichweite von Analytics (Extend the reach of Analytics)
    Noch immer ist die Anzahl der Nutzenden begrenzt, die Zugang zu analytischen Informationen im täglichen Arbeitsleben haben. Dies hat auch mit der Zugänglichkeit des Produktes und dem Um-gang mit Daten und Informationen in der Organisation zu tun.
  2. Business Data Fabric Architecture
    Es muss eine Datenarchitektur geschaffen werden, die es ermöglicht, den Usern mehr Freiheiten zu geben, mehr Daten im Zugriff zu haben und selbst modellieren zu können. Mit der Data Fabric Architecture von SAP Datasphere kann man externe Datenquellen anbinden und mit dem Space Concept selbst modellieren.
  3. Integration von Vorhersagefähigkeiten in die Planung (Integrate Predictive Capabilities in Planning.
    Das ist ein wichtiger Trend, der mit SAC bereits bedient wird. Dazu wurden bereits viele Use Cases umgesetzt, in denen die Möglichkeit besteht, Teile der Planungsprozesse zu automatisieren und Vorschlagswerte zu erzeugen auf Grundlage von Vergangenheitswerten. Externe Datenquellen zu externen Signalgebern, wie Energiepreisänderungen, können über Datasphere hinzugezogen werden.
  4. Analytik durch künstliche Intelligenz (Analytics powered by Artificial Intelligence)
    Hier ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, auf die in den Demos noch eingegangen werden wird.

Grundsätzliche Strategie der SAC

Die grundsätzliche Strategie der SAC ist die Vereinigung der verschiedenen Disziplinen von BI, Augmented Analytics und Planung. Alle diese Funktionalitäten werden zur Abbildung der Prozesse in der Unternehmenssteuerung benötigt.

Einiges hat sich im letzten Jahr für die End-User im Umgang mit SAC geändert:

  • so wurden Stories und Analytics Designer zusammengeführt als Dashboarding-Lösung.
  • Der Data Analyzer steht für die Analyse und Exploration von Daten zur Verfügung.
  • Ask ermöglicht, mit natürlicher Sprache nach Informationen suchen zu können.
  • Office Integration ist ein wichtiger Frontend-Kanal, um Informationen an die User zu bringen. Excel bleibt gerade im Controlling wichtig. Mit dem Office 365 Add-Inn wird mit Q4 ein Support für BEx-Queries geboten. Die BW-Live Connectivity gilt somit auch für das Office 365 Add-In.
  • Die verschiedenen Funktionen können auf unterschiedlichen Wegen zur Verfügung gestellt werden:nüber den Analytics Catalog oder über Mobile Apps.

Strategie der SAP Analytics Cloud

Abb. 1: Strategie der SAP Analytics Cloud, Quelle: SAP SE

Investitionsschwerpunkte

Investitionsschwerpunkte bei SAP Analytics Cloud

Abb. 2: Investitionsschwerpunkte bei SAP Analytics Cloud, Quelle: SAP SE

Historie der Dashboarding-Lösungen

  • 2015 startete die „Classic Experience“
  • 2022 startete die „Optimized Experience“ mit einer größeren Architektur-Veränderung.
  • 2023 startete in Q2 die „Unified Story“ mit der Zusammenführung von Stories (für den Self-Service-Ansatz) und dem Analytics Designer mit erweiterten Funktionen.Mit der „Unified Story“ konnten:
  • fehlende Funktionen aus der Classic Experience ergänzt werden
    (Geo Visualization – Choropleth Layer, Achsenabstimmung, Cross Calculation in Charts, Konvertie-rung von einer klassischen Story- oder Analyseanwendung in Optimized Design Experience überschreibt bestehendes Asset)
  • nnovationen einfließen
    (BW Fähigkeiten, Filterungen, Custom Widgets, Unterstützung für verknüpfte Analysen und Skript API-Unterstützung für die Story-Filterleiste, Widget Custom Add-Ons)
  • Model Repointing ist für 2024 Q2 geplant. Das bedeutet, dass ein Modell hinter einer Story gegen ein anderes Modell ausgetauscht werden kann. (Das war das Influence-Request mit den allermeisten Stimmen.)

Historie der SAP Dashboard-Lösungen

Abb. 3: Historie der SAP Dashboard-Lösungen bei SAC, Quelle: SAP SE

Demo der Custom Widgets Add-Ons

(ab Min 19)
Die Demo zeigt, dass die Diagramme miteinander verbunden sind. Beim Klicken auf die Säule eines Charts ändert sich das entsprechende Custom Widget.
Custom Widgets sind wichtig, wenn dem Fachbereich die Standards nicht ausreichen.

Bei Widget Add-Ons müssen keine Diagramme mehr von Grund auf neu erstellt werden, sondern die Standard-Diagramme können erweitert werden. Es gibt ein großes Set an APIs, die ausgewählt werden können. Alle Standard-Funktionen der Charts sind nutzbar, obwohl man eine andere Form der Visualisierung gewählt hat. Auch die Maintenance dieses Charts wird dadurch vereinfacht.

Weitere Entwicklung von SAC

Weitere Entwicklung von SAC

Abb. 4: Weitere Entwicklung bei SAC, Quelle: SAP SE

  • Am Ende des Jahres wird der „Lightweight Viewer“ starten.
    In Use Cases, in denen es nur um das Konsumieren von Stories geht, soll der Viewer „leichtgewichtiger“ werden. Der Footprint wurde noch weiter verringert, um die Performance zu verbessern. Gleichzeitig bietet dies die technische Grundlage für Composable BI oder Composable Analytics
  • In Q1 2024 bietet Just ask die Möglichkeit, Fragen an das System zu stellen und Antworten zu bekommen. Zielsetzung ist, eine Chatbot-Experience zu erzeugen.
    (Demo ab Min 25)
    Funktionen von „Search to Insight“ werden abgelöst. Just ask hat einen anderen Motor durch den Kauf der Firma „ask Data“ mit eigenem LLM, das in SAC integriert ist. Die Qualität der Ergebnisse hat sich dadurch sehr verbessert.Die Demo zeigt, wie Vorschläge für weitere Fragen an der Seite aufgezeigt werden.
    Daten und Informationen können mit Just ask leicht auswertbar gemacht werden.
  • Digital Boardroom Integration in Unified Story in H2 2024
    Die wichtigsten Grundkonzepte des Digital Boardrooms sollen in die Unified Story gebracht werden. Dazu zählt, Inhalte wieder zu verwenden und einen Navigationsbaum aufzubauen.
    Bestehende Seiten könne aus existierenden Stories importiert werden. Es gibt die Möglichkeit, die Referenz beizubehalten. Wenn sich die Story verändert, kann sie neu importiert werden.
    Den Präsentationsmodus mit Floating Toolbar gibt es bereits.
    (Demo zum Aufbau der Präsentationsstruktur ab Min 31)
    Genutzt werden können Export-Funktionen, Kommentarfunktionen oder Scripting.
    Der „Presentation-Mode“ benötigt keine extra Lizenzierung mehr sondern ist Bestandteil der SAC BI-Lizenz.
  • Composable Analytics, Composable BI
    Um die Nutzung zu verbessern, soll das System granularer werden.
    Die Office-Integration soll erweitert werden mit verschiedenen Möglichkeiten.
  • Demo zur Outlook-Integration ab Min 34.
    (In Outlook kann sich rechts ein SAC-Add-In Panel öffnen, ein Diagramm aus einer Story ausgewählt werden und das Diagramm als Bild oder per „embed String“ eingefügt werden.
    Der Empfänger kann auf „Show Widget“ klicken und über „Open Story-Link“ in das entsprechende Dashboard abspringen.)

Generative AI

Matthias Krämer, Entwicklungsleiter für SAC:

„We envision integrating AI into every major workflow of SAP Analytics Cloud by the end of 2024.“

Wichtige Workflows betreffen Analyse, Modeling, Stories und Delta Actions in der Planung.

  • Demo ab Min 34 mit dem Use Case zu einem Dashboard Designer ohne Scripting-Kenntnisse.
    Eine bestimmte „Scaling Unit“ soll auf alle Diagramme angewendet werden.
    „Generate a script to set scale unit…“ Der Scriptcode wird generiert und mit Text kommentiert.
    Der Code kann mit „Copy & Paste“ ins Dashboard eingefügt werden.
  • Zweite Demo (ab Min 41) mit dem Anwendungsfall, dass ein Dashboard genutzt wird und ein Planungsszenario gestartet werden soll. Die Daten werden vom System proaktiv erklärt und kommentiert. Was würde passieren, wenn ich den Preis um 4% inflationsbedingt erhöhe? Am Werttreiber-Baum kann man sehen, welche Auswirkungen das haben könnte. Dies kann dann mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden.
  • Letztes Beispiel (Demo ab Min 43). Bestehende Diagramme können in ein PowerPoint Layout als Screenshot kopiert werden. Das Gute ist, dass bei Monats-Reportings nur auf Refresh geklickt werden muss und sich alle Charts automatisch aktualisieren und die Screenshots nur wieder neu in das (neu abgespeicherte PPT-Layout) kopiert werden können.
    Dann beginnt der Kommentierungsprozess. AI Fähigkeiten starten mit der Kommentierung der Zahlen und liefern ersten objektiven Blick auf die Daten und den Kommentierungsprozess.Dies soll bereits im 1. Halbjahr 2024 verfügbar sein.

SAP BW Live-Features

BW Live bleibt wichtig. Es wird weiter in die Funktionserweiterung der SAC hinsichtlich der BW Fähigkeiten investiert.

SAP BW-Live Features

Abb. 4: SAP BW und BPC-LIve Features, Quelle: SAP SE

Integration von SAP Datasphere

SAP Datasphere ist ein wichtiges Vehikel in der Zukunft, wenn man über Business Data Fabric Architecture spricht. Es soll von SAC-Seite aus konsumiert werden können.

Ein wichtiger Baustein auf der Seite von Datasphere ist das Analytic Model, das als Artefakt dient und in SAC konsumiert werden kann. Es bietet auch die Möglichkeit, Erweiterungen am Modell an sich durchzuführen. Filterungen können definiert, eigene Berechnungen durchgeführt werden. Zukünftig sollten Daten über verschiedene Dimensionen zusammen zu blenden sein.
Maßgeblich wird es im Kontext der Planung zu sehen sein. Planungsmodelle sollen in die Datasphere-Welt gebracht und gespeichert werden, auch wenn die Modellierung in der SAC bleiben wird.

Fragen und Antworten


  • Wird das Usermanagement zwischen den SAP Produkten angeglichen. Ebenfalls die Berechtigungskonzepte? Von S4 über BW4/Datasphere hin zur SAC?“
    Die Berechtigungskonzepte bleiben produktspezifisch. Es wird nicht ein User-Mangement für unterschiedliche Produkte geben. Aber heute kann man bereits die Integration von SAC mit bestehenden User-Management-Systemen haben. Über die Zugehörigkeit zu Active Directory-Gruppen kann die Zugehörigkeit zu Produktgruppen gepflegt werden.
  • Der neue Optimized Experience Modus ist Stand heute ja etwas zu kurz gedacht. Dem Business User würde man aus Security und Support Gründen ja nur in Ausnahmefällen Scripting Berechtigung geben. Wenn nun die IT einen Button o.ä. in eine Business Story hineinprogrammiert, kann der Business User die Story nicht mehr verwenden. D.h. die Interaktion zwischen Business und IT funktioniert gar nicht. Sind hier Änderungen angedacht?““
    Am Ende des Tages könnte der User nach wie vor im Edit-Mode in der Story arbeiten und den Button verschieben. Je nach Berechtigung sieht man im Editor mehr oder weniger Funktionen. Selbst wenn etwas hineingescriptet wurde, kann der Business User die Story weiter verändern.
  • „Welche Vorteile bietet noch AFO für den Nutzer ? Wir besitzen ein BW/4HANA, seit dem neuesten Update lassen sich nun Modelle auch mit Office 365 Addin nutzen.
    AFO basiert auf dot-net Framework. Office 365 basiert auf Java-Script Erweiterungen und ist eine komplett andere Welt. Aus gutem Grund wurde der Support für Office 365 Add-Ins für BW Live herausgebracht, damit die User mit in die Cloud-Welt gehen können. Auch wenn nicht alle Funktionalitäten von afo zur Verfügung stehen werden. Zielsetzung ist aber, viele Use Cases hier hereinlaufen zu lassen.
  • „Und wie sieht die Zukunft von AFO aus, wird es langfristig abgelöst durch das M365 Addin?“
    Das Add-In wird kein legaler Nachfolger sein. Es gibt beim Design deutliche Unterschiede. Vom Use Case her geht die Richtung aber hin zu Microsoft 365 Add-In, das sieht man auch an den Investitionsschwerpunkten. Analysis for Office wird kein Frontend sein, das strategisch weiterentwickelt wird, es findet nur noch eine Maintenance statt.
  • „Bezieht sich die Ask AI immer nur auf ein Modell? Wie geht die AI mit linked Models um?“
    Ja, Modelings leben in der Story. Hier können Modelle miteinander verbunden werden. AI kombiniert die Modelle nicht ad hoc.
  • „Warum gibt es weniger Tabellen-Möglichkeiten mit Data Analyzer als mit dem alten Explorer? Und plant SAP diese Lücke wieder auszufüllen?“
    Der Data Analyzer hat mehr Funktionalitäten im tabellarischen Umfeld durch die Pivotisierung als der Explorer selbst. An sich sollen die Explorer Use Cases abgelöst werden mit dem Data Analyzer. Deswegen wurden die Interaktionen zwischen Data Analyzer und Story gebaut. Man müsste sich einzelne Features ansehen und auch ins Influencer Portal schauen, ob es dazu bereits etwas gibt.
  • „Nochmal bzgl. Optimized Experience. Der Business User kann die Story nach Änderung aus der IT leider nicht mehr ändern. Problem ist dem Produktmanagement bereits bekannt. Nehmen Sie den Punkt vielleicht nochmal mit.“
    Vielen Dank für den Hinweis, wird mitgenommen.

Wenn Sie weitere Fragen zu SAP Analytics Cloud haben:

  • schicken Sie uns eine E-Mail oder
  • fragen Sie Dr. Armin Elbert telefonisch: +49 621 596 838-50